Gebäudeenergieberater

In Hessen

Blower-Door-Test


Quelle: wikimedia.org

Mit dem Ventilator den Luftlöchern auf der Spur.
Dabei wird im Haus ein Über- oder Unterdruck erzeugt. Bei einem konstanten Druck muss der Ventilator die Luftmenge herausblasen, die durch Undichtheiten in das Gebäude einströmt.

Luftdichtheitstest kurz erklärt

Die Mär vom atmenden Haus

Die Blower-Door-Messung

Anhaltend hohe Energiepreise unterstreichen die Notwendigkeit des energieeffizienten Bauens und Sanierens. Auch die Gesetzgebung fordert im Rahmen umweltpolitischer Maßnahmen die Luftdichtheit der Gebäudehülle für jede neu erstellte Immobilie, denn diese ist die Voraussetzung für die Realisation zeitgemäßer Energiekonzepte: Energetische Maßnahmen wie beispielsweise der Einbau moderner Heizsysteme oder Fenster erreichen ihr Potenzial erst, wenn unerwünschte Leckagen in der Gebäudehülle beseitigt werden.

Die Blower-Door-Messung, mit der ein Gebäude auf Luftdichtheit überprüft wird, kann zudem vor schwerwiegenden Bauschäden schützen, die entstehen, wenn feuchtwarme Raumluft durch Fugen in die Baukonstruktion eindringt. Auch erhöht sich der Wohnkomfort deutlich, denn Zugluft und Kaltluftseen sind in einem luftdichten Gebäude passé. Bei der Sanierung von Altbauten kann durch die geplante und normgerechte luftdichte Ebene vielfach ein moderner Niedrigenergiestandard oder sogar Passivhausstandard erreicht werden.

Die Mär vom atmenden Haus

Der Glaube, ein Gebäude müsse Ritzen und Fugen haben, um „natürlich zu atmen“, ist falsch. Ein solcher Luftwechsel erfolgt unkontrolliert, es gelangt zu viel oder zu wenig Frischluft ins Gebäudeinnere; Schadstoffe und Staub aus der Dämmung mischen sich zudem in die Raumluft. Die Lüftung eines Gebäudes sollte daher über das mehrmalige Öffnen der Fenster oder aber durch eine Lüftungsanlage erfolgen.

Typische Leckagen in einem Gebäude

Konstruktionsbedingte Leckagen bzw. Undichtheiten treten oft an Anschlüssen und Durchdringungen auf. Hier sollte die Luftdichtheitsschicht insbesondere detailliert geplant werden, um spätere kostenintensive Nachbesserungen zu vermeiden.

Typische Leckagen treten überwiegend in folgenden Bereichen auf:

  • bei Verbindungen und Stößen von Bauteilen
  • bei Rohr- und Kabeldurchführungen durch die Luftdichtheitsschicht
  • Anschlüsse zum Boden bei Türen und bodentiefen Fenstern im ausgebauten Dachgeschoss
  • an Stoßstellen verschiedener Baumaterialien (z. B. Massiv-/Leichtbau)
  • bei Anbauten und Erkern
  • an Fenster- und Außentürleibungen
  • bei Dachflächenfenstern und Gauben
  • bei Bodenluken

Bei der Erstellung von Neubauten und bei Renovierung von Bestandsgebäuden dienen Luftdichtheitsprüfungen dazu, rechtzeitig vorhandene und nicht sichtbare Mängel aufzuspüren.